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2 trhai 003Ich erzähle in diesen Tagen meinen eigenen Weg in den Dschungel und zu den Auszeiten, die ich seit nunmehr 15 Jahren für Menschen gebe: Natur, Stille, die existenziellen Fragen zu Leben und Sinn, ein Prozess, den ich selbst erlebte und nun weitergebe. Hier ist der zweite Teil meiner Rückschau.
***
Bereits mein erster Kontakt mit dem Dschungel hatte - im Rahmen einer Urlaubsreise - die Weichen gestellt: Ich kehrte nur noch nach Deutschland zurück, um meinen Job zu kündigen, meine überlebte Beziehung zu beenden und meine Habseligkeiten auf unbefristete Zeit einzulagern.
Wenig später fand ich mich zum ersten Mal in meinem Leben so nah inmitten unberührter. tropischer Natur, dass ich erst lernen musste, mich als untergeordneten Gast in einer jahrtausendealten Ordnung zu begreifen.

Ich lebte in einem Holzhaus im Dschungel, das alles andere als „dicht“ war. Und ich musste Wege finden, mein „Territorium“ klar zu vertreten. Das Leben mit den Bäumen, den Wassergeistern, den Insekten, Schlangenwesen und Waranen, mit den Vögeln, dem Wind und dem alten „Geist“ des Dschungels wurde zum Mysterium für mich. Viele Tage verbrachte ohne jeglichen Menschenkontakt in schlichtem Staunen über die Schönheit und Wildheit der Existenz. Ich erkundete die Grenzen des Gewohnten vorsichtig, wachsam, doch ohne Angst. Und so fand ich mich schon bald auf stundenlangen Exkursionen durch den Dschungel, gefolgt von Affenhorden oder dem ohrenbetäubenden Grillenkonzert, querfeldein durch das magische Grün.

Damit hätte es gut sein können. Damit hätte es eine nette Ergänzung meines reichen Lebens sein können. Doch tief in mir rief mich etwas weiter, in die Wahrheit. Die menschenferne Welt um mich herum erinnerte mich ganz tief, noch ungreifbar, an etwas, das mich aufforderte, zu bleiben. Den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Schon nach kurzer Zeit dieses paradiesischen Daseins breiteten sich die ungewohnte Stille und Einsamkeit in mir aus, die Ablenkungen meines westlichen Lebens und des exotischen „Panoramas“ verebbten und der Klang meiner blanken Existenz wurde hörbar.
Keineswegs betrat ich ungehindert die selige Weite des Seins: Mein Geist war voll von Gedanken und Eindrücken aus dem bisher Erlebten, mein Herz so lange betäubt von sozialen und emotionalen Gewohnheiten, Wünschen und Sehsüchten, dass ich noch lange nicht in Resonanz mit dem äußeren Frieden gehen konnte.

Vielmehr tauchten nach der ersten Befreiungs-und Erholungsphase die Schatten aus mir hervor, stellten sich in das gleißende Licht des Tropenwaldes und brachten uralte Fragen, uralten Schmerz neu zum Schwingen. Und das war gut so, denn diese Schatten hatten mich immer und immer wieder dazu verleitet, weiter zu rennen, zu machen, zu wollen, zu sein – was auch immer- nur nicht Seele.

Und plötzlich war ich allein.
Plötzlich wurde ich nicht gebraucht.
Plötzlich stand ich einfach nur nackt in der Existenz und war nicht mehr bereit, weiter – davon – zu laufen.

Zum ersten Mal hörte ich meinem Herzen und meinem Körper zu.
Zum ersten Mal erlaubte ich meinem Geist nicht, die gewohnten Antworten und Ratschläge über all dies zu stülpen.

Ich spürte mein Leben aufs Neue, Minute um Minute, Stunde um Stunde, Jahr um Jahr zurück zu meinem Anfang.
Dabei begegnete ich all den Ängsten, Überzeugungen, Urteilen, die ich in mich aufgenommen hatte: Wie Dämonen bauten Sie sich vor mir auf, die Überlebensnotwendigkeiten, die Grenzen und Bedingungen, nach denen ich bis dahin bewusst und unbewusst mein Leben ausgerichtet hatte. Die gierigen Fratzen der Konsum- und Businesswelt, aus der ich kam, stierten mich nachts an. Die pervertierten Machtspiele in „zivilisierten Beziehungen“ überschwemmten mein bürgerliches Bild von Familie und Gemeinschaft. Mein eigenes Tun und Streben in all den Jahren erschien mir plötzlich gar nicht mehr „erfolgreich“ und „kraftvoll“ sondern jämmerlich fremdbestimmt, angstgetrieben und leer.
Tausend Bilder, Emotionen und Strömungen quollen aus mir hervor. Ich malte innerhalb weniger Wochen an die 30 Bilder, durchstand Höllenqualen des Wiedererlebens, der Orientierungslosigkeit und Suche.
Suche nach Sinn.
Suche nach Gott.

In diesen Tagen und Wochen der Einsamkeit und des Geworfenseins lernte ich, den Steinen und Bäumen zuzuhören. Die Botschaft des Sonnen- und des Mondlichts zu verstehen. Mit dem Herzen, nicht mit meinem naturwissenschaftlich konditionierten Geist. Ich beobachtete die Tiere um mich herum in ihrem bloßen Daseinskampf, fressen und gefressen werden – und zugleich mit der Kraft des Moments sich ausbreitend in ihr Sein.

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